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Für alle Freunde des satten und gepflegten Grüns, der ruhigen Natur und der grillgeruch-freien Frischluft hat sich das Wohlbefinden in den letzten zwei Wochen rapide verschlechtert. Aber in Zeiten von Erderwärmung, Klimawandel und Deutschland sucht den Superstar ist man schließlich einige Krisen gewohnt. Da kann eine grölende Horde von geschätzten 2 Millionen Männern der Lebensfreude auch keinen Abbruch tun.

Daher wird es schon erlaubt sein, sich wieder jeden Mittwoch in der Iffel-Arena um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern, wie etwa lauthalsigem Fan-Gesinge, sonnenbadendem Fleischwarenverzehr oder dem existenziellen Zerfurchen der frisch gemähten Grünfläche zu Ehren des runden Leders.

Super, das Leben ist wieder was wert!

Jetzt ist bereits der vierte Uni-Liga-Zyklus fast beendet - eingeleitet von neun Monaten akutem Kick-Entzug, gipfelnd in drei Monaten grenzenloser Spieleuphorie. Alteingesessene Teams wie etwa Nordmatten03 sind vermutlich schon erprobt im wöchentlichen Freundinnen-Abwimmel-Gespräch. Während sie im ersten Jahr noch wilde Univeranstaltungen erfunden haben, die jeden Mittwochnachmittag stundenlang dauerten und auf mysteriöse Art und Weise nicht nur den Teint jede Woche um eine Nuance verdunkelten, sondern auch mit diversen Tumoren und Hautverformungen endeten, stehen die Nordmatten-Jungs heute vermutlich selbstbewusst auf und sagen: ?Schatz, heute Fußball!? Gut, das Streitgespräch bleibt ihnen dadurch nicht erspart, aber sie wissen mittlerweile: Wir sind nicht allein. Mittlerweile scheint ihr Selbstbewusstsein so groß zu sein, dass sie in diesem Jahr eine erhebliche Zahl an Spielertransfers vorgenommen haben. Gerüchten zufolge wurden am zweiten Spieltag sogar Trikots von geheimen Mittelsmännern überbracht, um den neuen Spielerandrang versorgen zu können. Eine große deutsche Zeitung sprach heute bereits von Spielertransfers aus dem Ausland.
Nach dem Sieg über die Jungs aus der Papenburg wurde auf jeden Fall schon mal der zweite Tabellenplatz bis in die frühen Abendstunden begossen.

Aber auch neue Teams haben sich in diesem Jahr auf den ehrwürdigen Liga-Rasen gewagt, wie etwa die Titelverteidiger alias Das weiße Ballett. Männer, hart wie Stahl. Männer, die auf Nagelbetten schlafen, die über Scherben gehen und die von Klippen springen. Männer, die alle eine Leidenschaft verbindet. Um für den harten Kampf gerüstet zu sein absolvieren sie das bestmögliche Trainingsprogramm: Sie tanzen...

An dieser Stelle werden 83 Uniliga-Teams zittern ? und das mit Recht. Im ersten Spiel gegen BIERhoffs Buben und im zweiten gegen Sabor Latino zeigten sie ihr geballtes Können. Croisé, Pas de Bourrée, Pliés, Battements, Battements ? drin war der Ball und das ganze jeweils vier Mal. Es darf geschmunzelt werden aber abgerechnet wird zum Schluss. Die Jungs kündigen große Aktionen an und wer sie kennt, der weiß, dass sie keine Gefangenen machen.
Der MET-Thron von Calcio scheint zu wackeln.

Zumal beim zweiten Spieltag schon erste Trennungsgerüchte bekannt wurden. Nach dem 3:3 von Calcio Serio gegen Otra-Sehr-Besser hieß es, man müsse über manche Verträge neu verhandeln. Der investigativen Presse wollte man noch nichts verraten, da man wohl einen Image-Verlust fürchtete. Am Ende waren sie schließlich vereint unter dem Maibaum. Was Calcio nun gegen den neuen Kontrahenten in weißer Spitze unternehmen will, bleibt abzuwarten. Das Publikum darf aber gespannt sein.
Und am Ende noch mal: Das weiße Ballett! Bestechung ist alles ;-)

Co*

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