Über die Sonderlinge... Torhüter und Linksaußen
In jedem Team, so ist es die einfache Regel, muss es auch Sonderlinge geben. Beim Fußball ist diese Verteilung nicht anders als im Büro. Auf dem grünen Rasen muss man normalerweise aber nicht lange suchen, schließlich ist seit jeher klar: Torhüter und Linksaußen können nicht normal sein. Beste Beispiele: Olli Kahn und Mario Basler.
Warum das so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Zumindest beim Torwart ist es relativ einfach. Von klein auf wird derjenige in die Bude verbannt, der entweder mit Abstand der schlechteste Fußballer in der Truppe ist, oder derjenige, der die übelste Mundfäule aller aufweist. Der Grund ist in beiden Fällen der Gleiche: Der Typ wird auf die Position verbannt wo er am wenigsten falsch machen kann und am wenigsten das Frischlufterlebnis der anderen behindert. Warum nun auch Linksaußen als Sonderlinge gelten, erschließt sich mir jedoch nicht. Die Gründe mögen jedoch ähnlich wie beim Torwart sein, als klassischer Rechtsfuß ist man auf der linken Außenbahn jedenfalls nicht gerade auf der Überholspur. Trotzdem, gerade die Beispiele Kahn und Basler zeigen, dass man auch auf den ?Abschieberpositionen? zu viel Ruhm und Weißbier bringen kann.
In der Uni-Liga ist übrigens ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Mit der Ausnahme, dass es bei dem kleinen Spielfeld keinen klassischen Linksaußen gibt. Zwar kleben manche Spieler geradezu an der Auslinie, aber auch nur, um eine bestmögliche Pilsversorgung durch die Zuschauer zu erhaschen. Die Folge ist somit klar: Die Pflegefälle müssen unweigerlich in die Kiste und den Laden dichthalten. Natürlich, als Siebenmeter-Killer kann man es so auch zu Ruhm bringen, viel mehr bleiben den anderen aber die höchst seltenen Ausrutscher in Erinnerung. Zugegeben, man sollte in einem engen Play-Off-Spiel nicht unbedingt probieren, den Ball auf dem holprigen Boden brasilianisch mit der Sohle zu stoppen. Folge war das wohl schönste Eigentor des Jahres, aber das ist auch schon englischen Keepern passiert...
Widmen möchte ich diese Zeilen übrigens Holgi, der Katze von GWG United. Nein, ihm ist dieser Fehler nicht passiert, der betroffene Goalie möchte lieber unerkannt bleiben. Vielmehr möchte ich Holgi zu seiner ersten weißen Weste in gefühlten vier Jahren Uni-Liga gratulieren! Zwar nicht mit GWG, sondern als Leihgabe beim verletzungsgeplagten LWEX, aber das soll die Leistung nicht schmälern!
In diesem Sinne, immer den Füße flach halten!
Euer Tim Wiese




